17.02.22-Tag 195: die Minna auf der Sandbank

von Minna am 21.02.2022 / in Beiträge

In der vergangenen Nacht wurden wir von dem Ankeralarm geweckt. Ich hatte ihn vorsorglich auf meinem Handy aktiviert, obwohl wir ja eigentlich sicher an einer Boje liegen. 1 Uhr nachts ging der Alarm dann los. Als ich nach oben kam, traute ich meinen Augen nicht. Wir waren nicht mehr an der Boje, sondern schon ein ganzes Stück weit abgetrieben. Ein Blick an die Leine vorn….sie war gerissen. Seit zwei Tagen haben wir sehr starken Wind, genau aus diesem Grund haben wir uns an einer Boje festgemacht, aber leider nur mit einer Leine.

Andreas war genau so schnell wach wie ich. Mittlerweile waren wir einem anderem Segelboot schon sehr nah gekommen und wir mussten irgendwie handeln. Also schnell den Motor an, die Decksbeleuchtung an und den Anker runter. Wir bemerkten, dass sich die Minna ziemlich auf die Seite legte, wir waren auf eine Sandbank getrieben und da müssen wir schnellst möglichst wieder runter. Die Crew vom Segelboot, dem wir nun schon bedrohlich nahe gekommen waren, war nun auch schon wach und eine junge Frau kam sofort, mit Kopflampe bewaffnet, im Schlauchboot zu uns rüber. Zufällig trieben wir an einer anderen Boje gerade vorbei und diese nutzen wir, um uns irgendwie festzumachen. Die junge Frau nahm von uns die Leine entgegen und machte uns an der Boje fest. Andreas legt den Rückwärtsgang ein und gibt Vollgas. Die Minna muss in tieferes Wasser. Ein Blick auf den Plotter zeigt uns, dass genau unter uns eine sehr flache Stelle von 1,50 m ist, diese ist aber nicht sehr großflächig, wir haben eine reelle Chance, es aus eigenen Kräften wieder ins Tiefe zu schaffen. Nach einigen Anläufen richtet sich die Minna wieder auf und scheint frei zu schwimmen. Wir verlängern die Ankerkette und die Bojenleine, um nicht ein zweites Mal auf die Untiefe zu rutschen. Aber auch hier ist es immer noch sehr flach und die Minna stupst alle paar Minuten auf den Grund, wir sind dem Ufer sehr nah, der Wind bläst heftig und wir können nur hoffen, dass er die Richtung nicht ändert. Jetzt können wir nur Ankerwache halten und auf die Morgendämmerung warten. Bis dahin waren es noch 4 lange Stunden. Gegen 6 Uhr entdeckte uns unser Bojenvermieter in unserer misslichen Lage. Wir hatten das Gefühl, er war aufgeregter als wir und kam uns sofort mit seinem Motorboot und einem zweiten Mann zu Hilfe. Ein dritter junger Mann mit einem Schlauchboot kam dazu. Die drei hievten von Hand und mit Muskelkraft unseren Anker nach oben, da wir ihn nicht, wie gewohnt, einholen können. Wir würden uns sonst selbst wieder auf die Untiefe ziehen. Zu dritt schafften sie es, den Anker zu lösen und wir konnten ihn nach und nach an Bord holen. Dann die Muringleine von der Boje lösen, eine Leine am Vorschiff wurde mit dem Motorboot verbunden, wir starteten unseren Motor und das Schlauchboot half von der Seite. Alle mit Vollgas…so kam die Minna bald frei und wurde zurück an ihren Platz gebracht, diesmal machten wir zwei Leinen an der Boje fest, und das wird auch zukünftig so sein.

Ohne die drei Helfer wäre es unmöglich gewesen. Wir bedankten uns hundertmal.

Was für eine Nacht!!

Nach diesem Schreck ruhten wir uns den Vormittag aus. Am Nachmittag bestellten wir das „Wasserboot“. Es bringt Frischwasser direkt zu den Booten in der Bucht, man muss seinen Platz nicht verlassen. Ein toller Service. Die Minna wird mit Frischwasser betankt, das reicht dann für die nächsten 4 Wochen. Abends treffen wir uns mit Harry und Nadja in einer Bar, die Beiden sind heute hier angekommen und wir freuen uns sie wieder zu sehen.

Kurz bevor wir schlafen gehen, klopft es bei uns am Boot. Unser Helfer von heute Morgen fragt, ob alles gut bei uns ist und wünscht uns eine gute, bessere Nacht als die vergangene 🙂

die gerissenen Leine…

Jetzt werden wir von neuen Leinen gehalten

Das Wasserboot, Lieferung frei Haus 🤣

Wieder mal zu viert den Abend genießen

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