27.04.22-Tag 264: auf nach Trinidad

von Minna am 01.05.2022 / in Beiträge

Es ist soweit, wir werden heute unsere letzten 80 sm nach Trinidad antreten. Vorher heißt es wieder mal, Motor checken, Ölstand, Kühlwasser….alles sieht gut aus…Wir setzen den Spi-Baum, weil es vielleicht Wind von achtern geben kann und verstauen nach langer Zeit mal wieder unser Dingi an der Reeling.

Da wir uns entschlossen haben über Nacht zu segeln, werden wir erst 14 Uhr hier in Grenada starten. Den Vormittag verbringen wir damit, all unsere Wertsachen im Boot zu verstecken. Zwischen Grenada und Trinidad gibt es immer mal wieder Piraterie und wir wollen vorbeugen. So schrauben wir einige Verkleidungen im Boot ab und deponieren dort das mobile Funkgerät, das Sat-Telefon, das Tablet, die Drohne und unsere Geldbörsen. Wir haben ein „Fake-Portemonnaie“, in dem sind abgelaufen Kreditkarten und ein paar Dollars und Euros. Das legen wir offen auf den Navigationstisch….als Einladung, sozusagen 🙂 und hoffen, dass all diese Vorsichtsmaßnahmen nicht benötigt werden.

Pünktlich 14 Uhr holen wir den Anker an Bord und verlassen bei 27 Grad und Dauerregen die Prickly Bay. Es ist furchtbar schwül, alles ist klamm, es gab schon besseres Wetter….

Wir schätzen, dass wir ca 20 Stunden brauchen werden bis in die Ankerbucht von Chaguaramas in Trinidad.

Unterwegs vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen, Angeln und ich bastle meine Flaschenpost zu Ende. Die werfe ich auf halben Weg über Bord und hoffe, dass ich irgendwann vielleicht eine Antwort bekomme 🙂

Auf unserer Strecke befinden sich drei große Gasfelder, das Hibiscus Gas Field, das Chaconia Gasfield und das Poinsettia Gasfield, zwei davon verfügen über Offshore Plattformen, sie leuchten im Dunklen wie Tannenbäume. Es wird geraten sich weit östlich dieser Gasfelder zu halten, da die venezolanischen Piraten wohl diese Plattformen als Orientierungspunkte nutzen. Auch kommen wir so der Küste Venezuelas nicht ganz so nahe…

Unser AIS schalten wir stumm, d. h. wir sehen andere Schiffe auf dem Plotter, sind aber für andere nicht sichtbar und mit Einbruch der Dunkelheit bleiben auch unsere Postitonslichter ausgeschaltet. Wir sind so eigentlich unsichtbar unterwegs…ein merkwürdiges Gefühl…so geht es in die Nacht….

Jetzt geht’s ab ins Wasser für unsere Flaschenpost

Eine letzte Nachtfahrt beginnt

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